DHCP – Einfach erklärt für alle nicht-Techniker (+Grafik)

was ist dhcp beitragsbild

Was genau ist eigentlich DHCP? Wie funktioniert es und warum ist es so verbreitet? Die Antworten darauf findest du in diesem Artikel – und zwar so einfach erklärt das auch Anfänger verstehen um was es geht!

Wie auf meinem Blog üblich erhältst du zuerst die technische Beschreibung in der Fachsprache und danach erkläre ich dir verständlich und mithilfe von Metaphern, was DHCP ist und wofür es benötigt wird.

Lesezeit: ~4 Min

Benötigte Vorkenntnisse:

  • Keine

Grafik:

DHCP einfach erklärt

DHCP – Technisch erklärt

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Das “Dynamic Host Configuration Protocol” ist ein Protokoll, das in der Computernetzwerk-Welt Verwendung findet. Es wird kurz als DHCP bezeichnet.

Ein DHCP-Server kann jedem Computer oder Smartphone mithilfe der MAC-Adresse im Netzwerk automatisch eine IP-Adresse und andere Informationen zuweisen.

Zusätzlich zur IP-Adresse weist DHCP auch die Subnetzmaske, die Standard-Gateway-Adresse (Router), die DNS-Adresse (Domain Name Server) und andere relevante Konfigurationsparameter zu. In der Beschreibung (RFC) 2131 und 2132 wird DHCP von der Internet Engineering Task Force (IETF) als BOOTP-Protokoll basierter Standard definiert.

Es wurde dafür entwickelt, dass Computer automatisch eine Verbindung zu anderen Computern (in einem Netzwerk) herstellen können. Um auf das Internet (oder ein beliebiges Computernetzwerk) zugreifen zu können, wird eine IP-Adresse benötigt.

Mit DHCP kann diese IP-Adresse automatisch abgerufen werden. Auf diese Weise können auch andere Daten wie ein DNS-Nameserver oder ein Zeitserver abgerufen werden. Schließlich können Computer, die dies unterstützen, sogar ein Disk-Image erhalten, von dem sie über das Netzwerk booten.

Die Adresse kann dynamisch sein (sie kann sich ändern) oder statisch (sie bleibt gleich). Nach einer bestimmten Zeit (Lease-Time) muss die IP-Adresse erneuert werden.

Das “Dynamic Host Configuration Protocol” ist eines der kompliziertesten IP-Protokolle in Computernetzwerken.

DHCP – Einfach erklärt

Hast du mit der technischen Beschreibung nur Bahnhof verstanden? Dann hier die einfache Erklärung zu DHCP.

Dynamic Host Configuration Protocol

In einem modernen Heim-Netzwerk mit einem Router als Vermittler, werden jedem PC IP-Adressen zugewiesen, wenn er sich dem Netzwerk anschließt. Der automatische Prozess wird als Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) bezeichnet.

  • Es muss dabei nichts eingerichtet werden: Fast alle Router haben standardmäßig DHCP aktiviert, weshalb der Router schon nach der ersten Inbetriebnahme den Computern und Smartphones in deinem Netzwerk automatisch eine IP-Adresse zuweist. Du kannst die Option deaktivieren, es gibt jedoch keinen Grund dafür.
  • DHCP besteht aus zwei Teilen: dem Client ( z.B. dein Computer) und dem Server. Der Server ist in den meisten Heimnetzwerken dein Router selbst. Das bedeutet, dass ein Computer der sich mit deinem Heim-Router verbindet, automatisch eine richtige IP-Adresse zugewiesen bekommt, sodass er mit anderen Geräten im gleichen Netzwerk oder dem Internet kommunizieren kann.

Der Hauptgrund für die Verwendung des “Dynamic Host Configuration Protocol”, ist zur Vereinfachung der Netzwerkverwaltung, denn damit werden manuelle Konfigurationsfehler ausgeschlossen, sodass auch nicht-Techniker relativ leicht ein Heimnetzwerk betreiben können.

Was ist DHCP? – Bildlich erklärt

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Stell dir dein Heimnetzwerk wie eine Straße mit Häusern vor. In dieser Straße hat jedes Haus einen eigenen Bewohner. Jedes dieser Häuser hat eine Adresse, sodass der Postbote die Bewohner und dessen Haus finden und ihm Post zustellen kann.

Die Anschrift eines Bewohners lautet gewöhnlich so “Max aus der Musterstraße 10”. Diese Anschrift kannst du mit der IP-Adresse vergleichen.

Die IP-Adresse kann wechseln und ist nicht festgeschrieben. Wie auch Bewohner einfach umziehen können.

Die Haus-Adresse “Musterstraße 10” kannst du mit der MAC-Adresse vergleichen.

Diese MAC-Adresse eines jeden Gerätes ändert sich nicht und ist einzigartig auf der Welt.

Übrigens: Die MAC-Adresse besteht aus 12 Hexadezimalzahlen und sieht so aus – FF-FF-FF-FF-FF-FF.

Da die Anschrift (IP-Adresse) nicht fix ist, kannst du beispielsweise heute die IP 192.168.1.10 haben und morgen 192.168.1.123. Du kannst die IP-Adresse in den Netzwerkeinstellungen deines Computers auch manuell vergeben.

Damit man die Netzwerkeinstellungen wie IP-Adresse, Subnetzmaske und Default-Gateway richtig manuell konfiguriert, benötigt es ein grundlegendes Netzwerkverständnis. Was aber nicht jeder hat, weshalb es dabei oft zu Problemen kommt.

Deshalb wurde eine automatische Zuweisung dieser Konfiguration entwickelt, um Probleme mit der manuellen Konfiguration zu vermeiden.

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Diese automatische Zuweisung ist das DHCP.

Der Postbote (Router) der für die Zustellung der Post in deiner Straße (Heimnetzwerk) zuständig ist, hat eine Liste, auf der genau steht, welches Haus (Computer mit MAC-Adresse), welche Bewohner-Anschrift (IP-Adresse) hat. Der Postbote weist dann jedem neuen Bewohner, der in der Straße auftaucht, automatisch eine IP-Adresse zu.

Dabei teilt der Postbote dem Haus auch seine eigene Anschrift (IP-Adresse des Routers) als Default-Gateway mit. Außerdem den genauen Straßennamen (Subnetzmaske), damit das Haus auch weiß in welcher Straße es steht.

Verwirrung mit DHCP

Hier kurz ein paar Punkte, die oft zu Verwirrung im Heimnetzwerk führen.

  • Wenn dein Computer nicht mit einem Netzwerk verbunden ist, weist er sich selbst eine zufällige IP-Adresse zu. Diese IP-Adresse ist nutzlos, da der PC nicht mit einem Netzwerk verbunden ist. Die zufällige IP-Adresse verwirrt jedoch einige Benutzer, da der Computer anscheinend eine legitime IP-Adresse hat, was aber nicht der Fall ist.
  • Der schnellste Weg, um eine Netzwerkverbindung zu testen, besteht darin, den Router anzupingen. Anpingen bedeutet dem Router über seine IP-Adresse Hallo zu sagen und zu schauen ob er antwortet.
    Hier ein kurzes Video wie das geht.
    [dsgvo_youtube videoID=”-hExlLc5bV4″ thumbnail=”true”]
  • Du kannst den Router so konfigurieren, dass angegeben wird, welcher IP-Adressbereich verwendet werden soll. Das solltest du aber nur machen, wenn du weißt, was du tust und meistens gibt es keinen Grund, die DHCP-Einstellungen für ein kleines Heim- oder Büronetzwerk zu ändern.

Falls du wissen möchtest, was WLAN ist → Was ist WLAN / WiFi? [Verständlich erklärt für nicht-Techniker]

Zusammenfassung – Was ist DHCP?

DHCP ist mittlerweile eines der wichtigsten Protokolle überhaupt denn es ermöglicht es uns ganz einfach Zuhause und auch in Firmen, ein Netzwerk zu betreiben.

Dabei können gerade die Technischen Begrifflichkeiten verwirrend sein und oft schrekt das davor ab sich genauer damit zu befassen.

Ich hoffe ich konnte dir DHCP so erklären das du eine Idee davon hast und es nun auch zu keinen Verwirrungen merh kommt.

Hast du Fragen oder Anregungen? Dann lass mir doch ein Kommentar da! Das würde mich freuen.

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