Ein Hausnotruf kostet meist zwischen 20 € und 35 € im Monat, dazu kommt oft eine einmalige Anschlussgebühr von rund 30 € bis 60 €. Mit einem anerkannten Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse einen festen monatlichen Zuschuss, sodass die Grundausstattung für viele Menschen am Ende kostenlos oder fast kostenlos ist. In diesem Ratgeber erklären wir, was ein Hausnotruf konkret kostet, wie hoch der Pflegekassen-Zuschuss aktuell ist und wie Sie ihn Schritt für Schritt beantragen. Am Ende wissen Sie genau, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Hausnotruf kostet meist 20 € bis 35 € im Monat, dazu meist einmalig 30 € bis 60 € für den Anschluss.
- Ab Pflegegrad 1 zahlt die Pflegekasse einen monatlichen Zuschuss von aktuell rund 27 € (Stand Juli 2026, bitte gegenprüfen) sowie einmalig 10,49 € für den Anschluss.
- Mit diesem Zuschuss ist die Grundausstattung bei vielen Anbietern in der Praxis kostenlos.
- Johanniter, Malteser, DRK und ASB bieten alle ein ähnliches Grundpaket mit rund um die Uhr besetzter Notrufzentrale an.
- Ohne Pflegegrad oder als Alternative zum klassischen Hausnotruf gibt es auch mobile Notrufgeräte zum einmaligen Kauf.
Was kostet ein Hausnotruf?
Ein klassischer Hausnotruf besteht aus einem Basisgerät für die Wohnung und einem Sender fürs Handgelenk oder um den Hals. Beides stellt der Anbieter, es wird nicht gekauft, sondern gemietet. Für diese Miete plus die rund um die Uhr besetzte Notrufzentrale zahlen Sie eine monatliche Grundgebühr. Dazu kommt meist eine einmalige Gebühr für Lieferung, Anschluss und Einweisung in das Gerät.
Die monatliche Grundgebühr liegt bei den meisten Anbietern zwischen ca. 20 € und 35 €. Die einmalige Anschlussgebühr bewegt sich ohne Zuschuss meist zwischen ca. 30 € und 60 €. Zusatzleistungen wie ein Schlüsselservice, ein Bewegungsmelder oder ein mobiler Notruf mit GPS außerhalb der Wohnung kosten in der Regel deutlich mehr, teils das Doppelte des Grundpakets.
Wichtig für die Kalkulation: Diese Preise gelten für einen klassischen Hausnotruf-Dienst mit eigener Notrufzentrale. Wer stattdessen ein mobiles Notrufgerät einmalig kaufen möchte, zahlt anders — dazu weiter unten mehr.
Ein Beispiel zur Einordnung: Ohne Pflegegrad zahlen Sie bei einer Grundgebühr von 28 € im Monat und 45 € einmaliger Anschlussgebühr im ersten Jahr insgesamt rund 381 €, danach rund 336 € pro Jahr. Mit anerkanntem Pflegegrad und dem monatlichen Zuschuss sinkt der Eigenanteil oft auf null, je nachdem, wie hoch die tatsächliche Grundgebühr des gewählten Anbieters ausfällt. Liegt die Grundgebühr über dem Zuschuss, zahlen Sie nur die Differenz selbst.
Pflegekassen-Zuschuss ab Pflegegrad 1
Ein Hausnotruf gilt als technisches Pflegehilfsmittel und ist im Hilfsmittelverzeichnis der Pflegekassen gelistet (Produktgruppe 52). Mit einem anerkannten Pflegegrad — einer Einstufung des Pflegebedarfs durch die Pflegekasse, in den Stufen 1 bis 5 — übernimmt die Pflegekasse einen festen monatlichen Zuschuss zur Grundgebühr, dazu einmalig einen Zuschuss zur Anschlussgebühr. Pflegegrad 1 reicht dafür bereits aus, auch wenn andere Pflegeleistungen erst ab Pflegegrad 2 greifen.
Aktueller Betrag: bitte gegenprüfen
Nach unserem Recherchestand von Juli 2026 beträgt der monatliche Zuschuss seit dem 1. April 2026 rund 27 €, zuvor lag er bei 25,50 €. Eine einzelne Quelle nennt weiterhin den alten Betrag. Da sich solche Pauschalen ändern können, prüfen Sie den aktuellen Betrag am besten direkt im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands oder fragen Sie Ihre Pflegekasse.
Zusätzlich zur monatlichen Pauschale zahlt die Pflegekasse einmalig rund 10,49 € für Lieferung, Anschluss und Einweisung. Voraussetzung für beide Zuschüsse ist meist, dass die versicherte Person allein lebt oder ein erhöhter Sicherheitsbedarf besteht, etwa durch ein Sturzrisiko oder gesundheitliche Einschränkungen. Der Zuschuss gilt außerdem erst ab dem Monat der Antragstellung, nicht rückwirkend — wer früh beantragt, spart entsprechend mehr.
Der Zuschuss wird in aller Regel direkt mit dem Anbieter verrechnet, sodass Sie selbst nicht in Vorleistung gehen müssen. Sie zahlen dann nur die Differenz zwischen der tatsächlichen Grundgebühr und dem Pflegekassen-Zuschuss, sofern der Anbieter teurer ist als der Zuschuss selbst. Fragen Sie beim gewählten Anbieter gezielt nach, ob er diese Abrechnung für Sie übernimmt.
Wichtig: Dieser Zuschuss gilt für ein bei der Pflegekasse anerkanntes Hausnotrufsystem, meist über einen Vertragsanbieter wie Johanniter, Malteser, DRK oder ASB. Für selbst gekaufte, mobile Notrufgeräte ist eine Kostenübernahme nach unserer Recherche in der Regel nicht vorgesehen — mehr dazu im Abschnitt zur Alternative weiter unten.
Anbieter im Überblick: Johanniter, Malteser, DRK und ASB
In Deutschland bieten mehrere große Wohlfahrtsverbände einen klassischen Hausnotruf mit eigener Notrufzentrale an. Die folgende Übersicht ordnet sie rein redaktionell ein, ohne Wertung und ohne Werbe-Links — für keinen dieser Anbieter besteht ein Partnerprogramm.
Die genauen Preise unterscheiden sich je nach Region, Vertragslaufzeit und gewähltem Kreis- oder Ortsverband, da viele dieser Anbieter regional organisiert sind. Ein Anruf bei zwei oder drei Anbietern vor Ort zeigt meist schnell, wo die günstigste Grundgebühr für Ihre Postleitzahl liegt. Achten Sie dabei auch auf die Mindestvertragslaufzeit und die Kündigungsfrist, nicht nur auf die Höhe der monatlichen Gebühr.
- Johanniter-Unfall-Hilfe: bundesweiter Anbieter, Grundpaket laut mehreren Vergleichsportalen ab ca. 25 €/Monat, einmalige Anschlussgebühr meist im unteren zweistelligen Bereich.
- Malteser Hilfsdienst: ähnliches Grundpaket wie Johanniter, meist zwischen ca. 25 € und 30 € im Monat, mit Zusatzoptionen wie Schlüsselservice gegen Aufpreis.
- Deutsches Rotes Kreuz (DRK): je nach Kreisverband unterschiedliche Tarife, Grundpaket meist im selben Preisrahmen wie die anderen Anbieter.
- Arbeiter-Samariter-Bund (ASB): bundesweiter Anbieter mit vergleichbarem Grundpaket und ähnlichen Zusatzoptionen wie Bewegungsmelder oder Mobilruf.
Stiftung Warentest hat Hausnotruf-Dienste zuletzt umfassend im Jahr 2018 geprüft. Am besten schnitten damals ASB, DRK und Malteser ab. Keiner der geprüften Anbieter kam insgesamt über die Note „befriedigend“ hinaus, vor allem wegen Mängeln in den Vertragsbedingungen. Ein aktueller Test liegt uns nicht vor. Ein Preisvergleich zwischen mehreren Anbietern in Ihrer Region lohnt sich deshalb, bevor Sie sich festlegen.
So beantragen Sie den Zuschuss: Schritt für Schritt
Die Beantragung läuft immer über die Pflegekasse, nicht über die Krankenkasse — auch wenn beide oft beim selben Versicherer sitzen und unter einem Dach organisiert sind. Die folgenden fünf Schritte gelten unabhängig davon, für welchen Anbieter Sie sich am Ende entscheiden.
1
Pflegegrad prüfen oder beantragen
Für den Zuschuss reicht bereits Pflegegrad 1. Liegt noch kein Pflegegrad vor, stellen Sie zuerst einen Antrag bei der Pflegekasse. Das dauert erfahrungsgemäß mehrere Wochen.
2
Anbieter vergleichen und auswählen
Holen Sie parallel Angebote von zwei oder drei Anbietern in Ihrer Region ein, etwa Johanniter, Malteser, DRK oder ASB. Fragen Sie dabei gezielt nach dem Grundpaket ohne Zusatzoptionen.
3
Unterlagen zusammenstellen
Für den Antrag brauchen Sie in der Regel die Versichertennummer, den Pflegegradbescheid und eine kurze Begründung, warum der Hausnotruf notwendig ist, etwa ein erhöhtes Sturzrisiko oder das Leben allein in der Wohnung.
4
Antrag bei der Pflegekasse einreichen
Reichen Sie den Antrag direkt bei Ihrer Pflegekasse ein. Viele Hausnotruf-Anbieter übernehmen die Antragstellung auf Wunsch für Sie und reichen die Unterlagen direkt bei der Kasse ein.
5
Bearbeitung abwarten und Gerät installieren lassen
Die Bearbeitung dauert erfahrungsgemäß einige Wochen. Nach der Bewilligung installiert der Anbieter das Gerät bei Ihnen zu Hause und weist Sie in die Bedienung ein.
Wird der Antrag abgelehnt, lohnt sich in vielen Fällen ein schriftlicher Widerspruch innerhalb der auf dem Bescheid genannten Frist. Nennen Sie darin konkret, warum der Hausnotruf notwendig ist, und legen Sie nach Möglichkeit ein ärztliches Attest bei. Im Zweifel hilft ein Anruf bei der Pflegekasse, um den genauen Ablehnungsgrund zu verstehen.
Alternative: mobile Notrufgeräte zum Kauf
Ein klassischer Hausnotruf-Dienst mit eigener Notrufzentrale ist nicht für jeden die passende Lösung. Ohne Pflegegrad zahlen Sie die vollen monatlichen Kosten selbst, und die Bindung an einen Vertrag mit Kündigungsfrist schreckt manche Menschen ab. Eine Alternative sind mobile Notrufgeräte, die Sie einmalig kaufen, ganz ohne Pflegekasse und ohne Vertragsbindung.
Solche Geräte funktionieren unterschiedlich: Manche senden den Alarm direkt an Angehörige, andere über eine eingebaute SIM-Karte auch an eine professionelle Notrufzentrale. Einige erkennen Stürze zusätzlich automatisch, ohne Knopfdruck. Welches Modell zu welcher Situation passt, welche laufenden Kosten ein Abo verursacht und wie sich die Geräte von einem klassischen Hausnotruf unterscheiden, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zum Notruf-Armband für Senioren. Dort vergleichen wir konkrete Modelle inklusive Preisen.
Der wichtigste Unterschied zum klassischen Hausnotruf: Für ein selbst gekauftes Gerät zahlen Sie einmalig den Kaufpreis, teils zusätzlich ein monatliches Abo für die SIM-Karte oder die Notrufzentrale, aber keine Grundgebühr an einen Wohlfahrtsverband und meist keine Kündigungsfrist. Ohne Pflegegrad oder ohne Lust auf einen Vertrag ist das für viele Menschen der einfachere Einstieg.
Wer bereits ein Smartphone besitzt, findet möglicherweise auch mit einer Smartwatch eine passende Lösung: Diese erkennen bei manchen Modellen ebenfalls Stürze automatisch, benötigen dafür aber zwingend ein gekoppeltes Smartphone in der Nähe. Die Unterschiede erklären wir in unserem Ratgeber zur Smartwatch für Senioren.
Für wen eignet sich was?
Nicht jede Situation und nicht jedes Budget verlangen nach demselben System. Die folgende Übersicht hilft bei der Einordnung.
- Für alle mit anerkanntem Pflegegrad, die eine rund um die Uhr besetzte Zentrale möchten: ein klassischer Hausnotruf-Dienst wie Johanniter, Malteser, DRK oder ASB. Der Pflegekassen-Zuschuss deckt einen großen Teil der Kosten.
- Für alle ohne Pflegegrad oder mit Wunsch nach einem einmaligen Kauf ohne Vertragsbindung: ein mobiles Notrufgerät, siehe unser Ratgeber zum Notruf-Armband für Senioren.
- Für alle, die bereits ein Smartphone nutzen und zusätzlich Sturzerkennung möchten: eine Smartwatch, siehe unser Ratgeber zur Smartwatch für Senioren.
- Für alle, die vor allem einfach mit der Familie in Kontakt bleiben möchten: Ein klassisches Seniorenhandy reicht oft aus. Mehr dazu in unserem Ratgeber Seniorenhandy mit WhatsApp.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Hausnotruf ohne Pflegegrad?
Ohne Pflegegrad zahlen Sie die vollen Kosten selbst, meist zwischen ca. 20 € und 35 € im Monat, dazu eine einmalige Anschlussgebühr von ca. 30 € bis 60 €. Eine Alternative ist ein mobiles Notrufgerät zum einmaligen Kauf, ganz ohne Vertragsbindung.
Ab welchem Pflegegrad zahlt die Pflegekasse den Zuschuss?
Bereits ab Pflegegrad 1. Das gilt auch dann, wenn andere Pflegeleistungen erst ab Pflegegrad 2 greifen. Voraussetzung ist meist, dass die Person allein lebt oder ein erhöhter Sicherheitsbedarf besteht.
Wie hoch ist der Pflegekassen-Zuschuss aktuell?
Nach unserem Recherchestand von Juli 2026 liegt der monatliche Zuschuss seit dem 1. April 2026 bei rund 27 €, zuvor waren es 25,50 €. Dazu kommt einmalig ein Zuschuss von 10,49 € für den Anschluss. Da sich diese Beträge ändern können, prüfen Sie den aktuellen Stand am besten direkt bei Ihrer Pflegekasse.
Wie lange dauert die Bearbeitung des Antrags?
Erfahrungsgemäß einige Wochen, oft zwischen vier und acht Wochen. Der Zuschuss gilt ab dem Monat der Antragstellung, nicht rückwirkend — eine frühe Antragstellung lohnt sich deshalb.
Welcher Anbieter ist der beste?
Das lässt sich pauschal nicht beantworten, da sich Preise und Zusatzleistungen regional unterscheiden. Stiftung Warentest bewertete 2018 ASB, DRK und Malteser am besten, ohne dass ein Anbieter insgesamt über „befriedigend“ hinauskam. Ein eigener Preisvergleich in Ihrer Region lohnt sich in jedem Fall.
Kann ich als Angehöriger den Antrag für meine Eltern stellen?
Ja, sofern Sie bevollmächtigt sind oder die betroffene Person dem zustimmt. Viele Anbieter unterstützen dabei aktiv und übernehmen auf Wunsch die Einreichung der Unterlagen bei der Pflegekasse, sodass Sie das meiste aus der Ferne erledigen können.
Fazit: Was ein Hausnotruf wirklich kostet
Ein Hausnotruf kostet ohne Zuschuss meist zwischen 20 € und 35 € im Monat, dazu einmalig 30 € bis 60 € für den Anschluss. Mit einem anerkannten Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse einen großen Teil davon, sodass am Ende oft nur ein kleiner Eigenanteil oder gar keine Kosten mehr bleiben. Johanniter, Malteser, DRK und ASB bieten alle ein ähnliches Grundpaket an — ein Preisvergleich in Ihrer Region lohnt sich trotzdem. Ohne Pflegegrad oder als Alternative zum klassischen Vertragssystem sind mobile Notrufgeräte zum einmaligen Kauf oder eine Smartwatch mit Sturzerkennung oft die passendere Wahl.
Nehmen Sie sich für die Entscheidung ruhig etwas Zeit und sprechen Sie sie in der Familie ab. Bei Unsicherheit hilft ein Anruf bei der Pflegekasse oder direkt bei einem der genannten Hausnotruf-Anbieter weiter.