Eine E-Mail bringt eine Datei mit der Endung „.zip“ mit, und im Posteingang erscheint nur ein rätselhaftes Ordnersymbol. Das kennen viele. Eine ZIP-Datei ist ein digitaler Container: Sie bündelt mehrere Dateien platzsparend in einer einzigen Datei. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie eine ZIP-Datei öffnen, entpacken und selbst erstellen.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine ZIP-Datei bündelt mehrere Dateien platzsparend in einem einzigen Ordner.
- Windows 11 öffnet und entpackt ZIP-Dateien ohne zusätzliche Software.
- Eine neue ZIP-Datei erstellen Sie mit einem einzigen Rechtsklick.
- Für ein Passwort auf der ZIP-Datei brauchen Sie ein zusätzliches, kostenloses Programm wie 7-Zip.
- Bei ZIP-Dateien von unbekannten Absendern ist Vorsicht wichtiger als Neugier.
Was ist eine ZIP-Datei?
Stellen Sie sich einen Umzug vor. Bücher, Geschirr und Kleidung liegen einzeln verstreut in der Wohnung. Für den Transport packen Sie alles in einen einzigen Karton. So bleibt alles zusammen, und der Karton nimmt insgesamt weniger Platz ein als die verstreuten Einzelteile.
Eine ZIP-Datei funktioniert nach demselben Prinzip. Sie ist ein digitaler Karton, ein sogenanntes Containerformat, das eine oder mehrere Dateien zusammenfasst. Der Computer komprimiert (verkleinert) die Dateien dabei zusätzlich, sodass die ZIP-Datei weniger Speicherplatz belegt als die Originaldateien einzeln.
Sie erkennen eine ZIP-Datei an der Dateiendung „.zip“ und am Ordnersymbol mit einem kleinen Reißverschluss – auch wenn das Symbol, ehrlich gesagt, eher an eine Aktentasche erinnert als an einen echten Reißverschluss. Ein Doppelklick öffnet die Datei wie einen normalen Ordner, ohne dass sofort etwas entpackt wird.
Wozu braucht man ZIP-Dateien?
ZIP-Dateien sind vor allem aus drei Gründen nützlich, besonders im Umgang mit E-Mails und dem Internet (mehr zu den Grundlagen in unserem Artikel Was ist eigentlich das Internet?):
- Mehrere Dateien lassen sich als eine einzige Anlage per E-Mail verschicken, statt jede Datei einzeln anzuhängen.
- Große Dateien belegen weniger Speicherplatz auf der Festplatte oder einem USB-Stick.
- Wichtige Unterlagen lassen sich zusätzlich mit einem Passwort schützen, bevor Sie sie weitergeben.
Viele Internetseiten bieten Downloads deshalb direkt als ZIP-Datei an, etwa wenn ein Programm aus mehreren einzelnen Dateien besteht.
ZIP-Datei öffnen und entpacken – Schritt für Schritt
Die folgenden Schritte funktionieren unter Windows 11 ohne zusätzliche Software. Seit dem Windows-Update 23H2 gelten sie auch für RAR- und 7z-Archive.
1
ZIP-Datei per Doppelklick öffnen
Ein Doppelklick auf die ZIP-Datei öffnet sie wie einen normalen Ordner. Sie sehen den Inhalt, ohne dass bereits etwas entpackt wurde.
2
Einzelne Datei bei Bedarf entnehmen
Ziehen Sie eine einzelne Datei mit der Maus aus dem geöffneten ZIP-Ordner auf den Desktop oder in einen anderen Ordner. Nur diese eine Datei wird dabei entpackt.
3
Alle Dateien auf einmal entpacken
Für den kompletten Inhalt klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die ZIP-Datei und wählen „Alle extrahieren“. Bestätigen Sie den vorgeschlagenen Zielordner oder wählen Sie einen eigenen und klicken Sie auf „Extrahieren“.
4
Entpackte Dateien öffnen
Windows öffnet nach dem Entpacken automatisch den neuen Ordner mit den Dateien. Diese lassen sich jetzt wie gewohnt bearbeiten, verschieben oder löschen.
ZIP-Datei erstellen – Schritt für Schritt
Auch das Erstellen einer ZIP-Datei braucht unter Windows 11 keine zusätzliche Software – solange kein Passwort nötig ist.
1
Dateien auswählen
Markieren Sie die gewünschten Dateien oder Ordner im Explorer. Mit gedrückter Strg-Taste wählen Sie mehrere Dateien gleichzeitig aus. Weitere nützliche Kürzel finden Sie in unserem Artikel zu Tastenkombinationen.
2
Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Auswahl. Je nach Windows-Version erscheint entweder direkt „In ZIP-Datei komprimieren“ oder der Punkt „Senden an“ mit dem Untereintrag „ZIP-komprimierter Ordner“.
3
ZIP-Datei benennen
Windows erstellt sofort eine neue ZIP-Datei im selben Ordner. Der Dateiname ist zunächst markiert, sodass Sie direkt einen eigenen, aussagekräftigen Namen eingeben können.
4
Passwort ergänzen (optional)
Windows selbst bietet keinen Passwortschutz für ZIP-Dateien. Für ein Passwort installieren Sie das kostenlose Programm 7-Zip, öffnen dort „Zu Archiv hinzufügen“ und tragen das Passwort unter „Verschlüsselung“ ein. Notieren Sie sich das Passwort gut, oder verwenden Sie dafür einen Passwort-Manager, der diese Arbeit übernimmt.
Häufige Probleme
Die ZIP-Datei verlangt ein Passwort, das Sie nicht haben
Ohne das richtige Passwort lässt sich eine geschützte ZIP-Datei nicht öffnen – das ist so beabsichtigt und schützt den Inhalt. Fragen Sie beim Absender nach. Das Passwort wird aus Sicherheitsgründen oft getrennt vom Anhang verschickt, etwa per SMS oder Telefonanruf.
Die ZIP-Datei lässt sich nicht öffnen oder wirkt beschädigt
Eine unvollständige Übertragung, etwa bei einem abgebrochenen Download, kann eine ZIP-Datei beschädigen. Laden Sie die Datei in diesem Fall erneut herunter oder bitten Sie den Absender um einen erneuten Versand. Ein zweiter Versuch löst das Problem meist.
ZIP-Datei von einem unbekannten Absender erhalten
Wichtig
Öffnen Sie ZIP-Dateien von unbekannten Absendern nur mit Vorsicht. Im Archiv können ausführbare Dateien stecken, die beim Entpacken Schadsoftware installieren. Prüfen Sie den Absender genau, bevor Sie eine unerwartete ZIP-Datei öffnen, und öffnen Sie sie im Zweifel lieber gar nicht.
Häufig gestellte Fragen
Kostet es etwas, eine ZIP-Datei zu öffnen oder zu erstellen?
Nein. Windows 11 bringt alle nötigen Funktionen bereits mit. Nur für einen Passwortschutz benötigen Sie zusätzlich ein kostenloses Programm wie 7-Zip.
Warum wirkt der entpackte Ordner größer als die ZIP-Datei selbst?
Eine ZIP-Datei komprimiert die enthaltenen Dateien. Beim Entpacken wandelt Windows sie wieder in ihre ursprüngliche Größe zurück, deshalb wirkt der entpackte Ordner größer.
Lässt sich eine ZIP-Datei auch auf dem Smartphone öffnen?
Ja. Sowohl Android als auch das iPhone bieten inzwischen eine eingebaute Funktion zum Öffnen von ZIP-Dateien in der jeweiligen Dateien-App, ganz ohne zusätzliche App.
Was ist der Unterschied zwischen ZIP und RAR?
Beides sind Containerformate für komprimierte Dateien. ZIP-Dateien lassen sich unter Windows nativ erstellen, für RAR-Dateien braucht es immer ein Zusatzprogramm wie WinRAR. Zum reinen Öffnen genügen seit dem Windows-Update 23H2 bei beiden Formaten die Windows-Bordmittel.
Kann beim Entpacken einer ZIP-Datei etwas kaputtgehen?
Nein. Das Öffnen und Entpacken einer ZIP-Datei verändert die Originaldatei nicht. Im schlimmsten Fall entsteht ein zusätzlicher, nicht benötigter Ordner, den Sie einfach wieder löschen können.
Darf ich die ZIP-Datei nach dem Entpacken löschen?
Sobald Sie die entpackten Dateien geprüft haben, können Sie die ursprüngliche ZIP-Datei wie jede andere Datei löschen. Die bereits entpackten Dateien bleiben davon unberührt.
Fazit: ZIP-Dateien öffnen und erstellen Sie in wenigen Schritten
Eine ZIP-Datei bündelt mehrere Dateien platzsparend in einer einzigen Datei. Windows 11 öffnet, entpackt und erstellt ZIP-Dateien ohne zusätzliche Software. Nur für einen Passwortschutz brauchen Sie ein zusätzliches, kostenloses Programm wie 7-Zip. Bei ZIP-Dateien von unbekannten Absendern lohnt sich immer ein zweiter, kritischer Blick, bevor Sie öffnen.