Im Router-Menü oder am Telefon mit der Technik-Hotline taucht oft der Begriff IP-Adresse auf. Eine IP-Adresse ist die eindeutige Adresse eines Geräts im Netzwerk, vergleichbar mit einer Hausnummer. Dieser Artikel erklärt den Unterschied zwischen IPv4 und IPv6 sowie zwischen privater und öffentlicher IP-Adresse. Am Ende wissen Sie, wie Sie Ihre eigene IP-Adresse unter Windows 11 und in der Fritzbox finden.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine IP-Adresse ist die eindeutige Adresse eines Geräts in einem Netzwerk, ähnlich einer Hausnummer.
- IPv4 nutzt vier Zahlenblöcke (zum Beispiel 192.168.0.1), IPv6 ist der neuere Standard mit deutlich mehr verfügbaren Adressen.
- Private IP-Adressen gelten nur im Heimnetzwerk, öffentliche IP-Adressen im gesamten Internet.
- Ihr Internetanbieter weist Ihnen eine öffentliche IP-Adresse zu, der Router verteilt private Adressen im Haus.
- Ihre eigene IP-Adresse zeigen Windows 11 und die Fritzbox-Oberfläche in wenigen Klicks an.
Eine einfache Erklärung: die Hausnummer im Netzwerk
Stellen Sie sich Ihr Heimnetzwerk wie eine Straße mit mehreren Häusern vor. Jedes Gerät (Laptop, Smartphone, Drucker) bekommt eine eigene Hausnummer. Ohne diese Nummer wüsste die Post nicht, wohin ein Brief soll. Genauso wüsste Ihr Computer nicht, wohin er Daten senden soll, ohne die IP-Adresse des Empfängers.
IPv4 und IPv6: zwei Standards für dieselbe Aufgabe
Es gibt zwei Standards, nach denen IP-Adressen aufgebaut sind. Der ältere Standard heißt IPv4 (Internet Protocol Version 4). Eine typische IPv4-Adresse besteht aus vier Zahlen zwischen 0 und 255, getrennt durch Punkte, zum Beispiel 192.168.0.1.
Das Problem: Nach diesem System gibt es nur rund 4,3 Milliarden mögliche Adressen. Bei weltweit Milliarden vernetzter Geräte reicht das nicht mehr aus. Deshalb setzt sich zunehmend IPv6 (Internet Protocol Version 6) durch.
Eine IPv6-Adresse besteht aus acht Blöcken mit Zahlen und Buchstaben, zum Beispiel 2001:0db8:0000:0000:0000:0000:0000:0001. Das klingt kompliziert, liefert aber genug Adressen für jedes Gerät der Welt, für viele Jahrzehnte. Für Sie als Nutzer ändert sich praktisch nichts: Router und Internetanbieter regeln im Hintergrund, welcher Standard verwendet wird.
Private und öffentliche IP-Adresse: Wo liegt der Unterschied?
IP-Adressen gibt es in zwei Varianten: privat und öffentlich. Eine private IP-Adresse gilt nur innerhalb Ihres Heimnetzwerks. Ihr Router vergibt sie automatisch an jedes verbundene Gerät, meist beginnend mit 192.168.
Zwei Nachbarn können deshalb dieselbe private IP-Adresse für ihren Laptop haben, ohne dass es zu Problemen kommt. Die Netzwerke sind ja voneinander getrennt. Eine öffentliche IP-Adresse dagegen identifiziert Ihren gesamten Internetanschluss im weltweiten Netz. Diese Adresse weist Ihnen Ihr Internetanbieter zu, meist über den Router.
Wie Ihr Router Geräte im Haus automatisch mit privaten Adressen versorgt, erklären wir ausführlich in unserem Artikel Was ist DHCP?. Verbindet sich Ihr Gerät zusätzlich per Funk mit dem Router, helfen die Grundlagen zum WLAN, um beide Themen sauber auseinanderzuhalten.
Ihre eigene IP-Adresse herausfinden
Unter Windows 11
So finden Sie die IP-Adresse Ihres Computers:
- Drücken Sie gleichzeitig die Tasten Windows und I, um die Einstellungen zu öffnen.
- Wählen Sie „Netzwerk und Internet“ und klicken Sie auf „WLAN“ oder „Ethernet“, je nach Ihrer Verbindung.
- Tippen Sie auf den Namen Ihres Netzwerks und scrollen Sie zum Bereich „Eigenschaften“.
- Dort stehen die IPv4-Adresse und die IPv6-Adresse Ihres Geräts.
An der Fritzbox
So finden Sie die öffentliche IP-Adresse Ihres Internetanschlusses:
- Öffnen Sie einen Browser und geben Sie fritz.box oder 192.168.178.1 in die Adresszeile ein.
- Melden Sie sich mit Ihrem Fritzbox-Kennwort an.
- Auf der Startseite „Übersicht“ zeigt der Bereich „Verbindung“ die aktuelle öffentliche IP-Adresse Ihres Anschlusses.
Gut zu wissen
Bei den meisten privaten Internetanschlüssen wechselt die öffentliche IP-Adresse regelmäßig, oft einmal am Tag. Das ist normal und kein Sicherheitsproblem.
Warum ist das für Sie wichtig?
Die eigene IP-Adresse zu kennen hilft in mehreren Alltagssituationen. Beim Einrichten eines Netzwerkdruckers etwa müssen Sie oft die IP-Adresse des Druckers eingeben. Auch bei der Fehlersuche im Heimnetzwerk ist die IP-Adresse ein erster Ansatzpunkt: Antwortet ein Gerät nicht auf seine IP-Adresse, liegt oft ein Verbindungsproblem vor.
Mehr zur Abgrenzung zwischen Funknetz und Internetanschluss lesen Sie in unserem Artikel Unterschied zwischen WLAN und Internet.
Häufig gestellte Fragen
Ist meine IP-Adresse für andere sichtbar?
Ihre öffentliche IP-Adresse sehen Webseiten und Online-Dienste, die Sie besuchen. Das ist notwendig, damit Daten überhaupt zurückgesendet werden können. Ihre private IP-Adresse innerhalb des Heimnetzwerks bleibt dabei nach außen unsichtbar.
Ändert sich meine IP-Adresse von selbst?
Ja, bei den meisten privaten Anschlüssen in Deutschland trennt der Anbieter die Verbindung einmal täglich kurz und vergibt danach eine neue öffentliche IP-Adresse. Das dient dem Datenschutz und ist ein normaler, automatischer Vorgang.
Kann jemand mit meiner IP-Adresse auf meinen Computer zugreifen?
Die IP-Adresse allein reicht dafür nicht aus. Ihr Router blockiert unaufgeforderte Zugriffe von außen standardmäßig durch eine eingebaute Firewall (eine Schutzfunktion, die unerwünschte Verbindungen abweist). Ein aktuelles Router-Update sollte trotzdem regelmäßig installiert werden.
Was ist der Unterschied zwischen IP-Adresse und MAC-Adresse?
Die IP-Adresse kann sich ändern, etwa bei jeder neuen Internetverbindung. Die MAC-Adresse (eine Kennnummer, die fest im Gerät eingebaut ist) bleibt dagegen immer gleich. Sie identifiziert die Netzwerk-Hardware selbst, unabhängig vom Netzwerk, in dem sich das Gerät gerade befindet.
Brauche ich zu Hause eine feste IP-Adresse?
Für die meisten Haushalte nicht. Eine feste, sich nie ändernde IP-Adresse lohnt sich vor allem, wenn Sie von unterwegs auf ein bestimmtes Gerät zu Hause zugreifen möchten, etwa eine Überwachungskamera. Für normales Surfen, Streamen und E-Mails reicht die automatisch vergebene Adresse völlig aus.
Fazit: Die IP-Adresse ist die Anschrift Ihrer Geräte
Eine IP-Adresse ist nichts weiter als die Anschrift eines Geräts im Netzwerk: privat im Haus, öffentlich im Internet. IPv4 und IPv6 sind zwei Standards für dieselbe Aufgabe, nur mit unterschiedlich viel Platz für neue Adressen. Ihre eigene IP-Adresse finden Sie in wenigen Schritten unter Windows 11 oder direkt in der Fritzbox-Oberfläche.
Wie es weitergeht
Die IP-Adresse ist ein Baustein Ihres Heimnetzwerks. Wie die übrigen Teile zusammenspielen, vom Router bis zum einzelnen Gerät, zeigt die Anleitung für ein eigenes Heimnetzwerk. Wenn im Netzwerk gerade etwas nicht funktioniert, finden Sie im Bereich Probleme lösen die passenden Schritte.